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  • AutorenbildMichael Wälti

Rhetorik: Füllwörter in Einer Präsentation. woher sie kommen und wie wir sie weg bringen


In Kürze:


Füllwörter entstehen, wenn wir intensiv nachdenken müssen. Sie treten in Präsentationen häufig dann auf, wenn wir versuchen, uns an Sätze und Formulierungen zu erinnern, statt wirklich frei zu sprechen. Die Überforderung dieses Auftrags an unser Gehirn führt zu den auffälligen Lücken in unserem Sprechfluss. Abhilfe schafft das Vertrauen, dass wir spontan gute Sätze forumlieren können und dass es nicht nötig ist, sich an vorbereitete Sätze zu erinnern.


Wo kommen sie her?


Folgende "Technik" hilft dir, Füllwörter zu reduzieren oder unter Umständen ganz wegzubringen.


Aus meiner Sicht entsteht das ääääm (oder auch "ja", "also", "nun", "genau", "tja") grösstenteils aus diesem Grund:


Wir wollen uns während einer Präsentation an Sätze erinnern, die wir vor einer Präsentation als "gute Sätze" in unserem Gedächtnis bereitgelegt haben.


Dann sind wir nervös und in dem Moment, in dem wir versuchen uns zu erinnern, kommt dieses ääääm und dann hoffentlich der "gute Satz". Leider manchmal auch nichts. Nur ein zweites ääääm.


Das Problem in einem Satz: Wir wollen uns erinnern, statt zu denken und Sprache im Moment entstehen zu lassen.


Wir sind nicht im präsent im Moment.


Wir verhaften in der Vergangenheit.


Womöglich wegen Nervosität.


Wenn wir jedoch 1zu1 in einem Gespräch sind, ganz entspannt, formulieren wir problemlos immer neue Sätze, denn wir erlauben uns, nachzudenken. Wir haben Zugriff auf all unser Wissen.


Darum: Entspannung -> Gedanke -> Wort


Das macht uns präsent.



Wie werden wir sie los?


Damit wir also die äääms und öööms loswerden können, sollten wir uns erlauben auf der Sprecherbühne nachzudenken: Sprache soll entstehen dürfen.


Die kurzen Pausen, die wir dazu benötigen liefert auch genau die Zeit, die das Publikum braucht, um das zuvor gehörte zu verdauen. Und die Pausen liefern auch Spannung.


Wollen wir uns an gute Sätze erinnern, verlieren wir den natürlichen Fluss unserer Sprache, denn die guten Sätze wurden aus ihrem ursprünglichen Gefüge herausgerissen und passen jetzt vielleicht gar nicht. Wollen wir uns an einem zu strickten Ablauf festhalten, reissen wir uns aus dem Fluss der Präsenz.


Natürlich sollten wir trotzdem Vorträge und Ansprachen üben. Dabei sollten wir immer neue Sätze formulieren. Laut Michael Rossié sollten wir sogar jedes Mal eine andere Reihenfolge der Themen ausprobieren. Auswendig lernen sollten wir jedoch nur die ersten 3 Sätze und die letzten 3 Sätze einer Ansprache.


Michael Rossié schreibt dazu:


"Sobald der Sprecher denkt, was er sagt [...], sind diese Füllwörter mit einem Mal weg."


Hilft dir dieser Post gegen deine äääms? Hinterlass gerne einen Kommentar. Und würde mich sehr freuen, wenn du den Post teilst :-)

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